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Maharishi Mahesh Yogi

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Am Anfang war das Wort


Nicht nur die Bibel anerkennt die tiefreichende Macht des Klanges. Je
weiter die Wissenschaftler zur Quelle des Ursächlichen vordringen, um so mehr
entdecken sie, daß einfach alles aus schwingender Energie besteht und
alles andere beeinflußt.
Wir sollten daher nicht überrascht sein, daß eine konzentrierte Schwingung
wie Musik eine unmittelbare Wirkung sowohl auf die Umgebung als auch auf
solche empfindsame Organismen wie uns Menschen ausübt.

Es war einst recht üblich nach des Tages getaner Arbeit, bei der Musik
seiner Lieblingsplatte zu entspannen, die sich auf dem Plattenteller
ins schier Endlose drehte und verstärkt durch den warmen Klang der
Röhrenendstufe aus den Lautsprechern kam, die ein hoch geschätzter
Bestandteil des Mobiliars waren. Dieses Szenario ist heute von der
Überreizung durch Fernsehen und Computer ersetzt worden. Die
Stereogeräte mutierten zu Radioweckern.

In diesem ironischen Schauspiel tauchte Maharishi Mahesh Yogi auf, der
Begründer der Transzendentalen Meditation, immer bestrebt, das
menschliche Leben inniger mit der grundlegenden Integrität der Schöpfung zu
verbinden.
Als eines seiner vielen Projekte hat er die uralte Wissenschaft der
Musik belebt, die in Indien als Gandharva-Veda bekannt ist.
Dem Ursprung nach ist diese sehr ähnlich der klassischen indischen Musik,
wie sie beispielsweise durch den Sitarspieler Ravi Shankar berühmt wurde.
Maharishi Mahesh Yogi hat jedoch die grundlegende Ausrichtung dieser Musik
wieder belebt: Sie ist der reine Ausdruck des vollkommenen, subtilen
Gleichgewichts der Natur. Es handelt sich also um mehr als nur
interessante und packende Konzertmusik.

Es mag zunächst ein nicht wahrnehmbarer Unterschied sein, aber als
Musiker weiß ich, wie allein die Absicht beim Musizieren alles
verändern kann. Hier ist es die Absicht, Harmonie im Körper, in der Psyche
und in der Umgebung des Zuhörers zu bewirken. Es wird sogar empfohlen, die
Musik Tag und Nacht zu spielen, auch wenn man nicht zuhört.
Verschiedene Stücke korrespondieren mit den natürlichen Zyklen des
24-Stunden-Tages, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und von
Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.

Meine erste Gelegenheit, Maharishi-Gandharva-Veda-Musik wirklich schätzen
zu lernen, hatte ich vor etwa 10 Jahren, als ich ein Set Kassetten mit
Gesangsmusik erwarb. Zu dieser Zeit lebt ich in einem 1-Zimmer-Appartement,
das ich
gleichzeitig als Schlafplatz, Küche und Büro nutzte. Es war nach 22 Uhr und
so legte ich die entsprechende Kassette ein, die für die Zeit von 22 bis 1
Uhr vorgesehen ist. Dies ist die Zeit, die der Ayurveda, das uralte
indische Gesundheitssystem, zum Schlafengehen empfiehlt. Ich jedoch, da ich
selbständig arbeitete und viel beschäftigt war, an meinem Arbeitplatz
wohnte, setzte mich hin, um noch bis Mitternacht zu arbeiten, als zu
Beginn der Kassette der kosmischste Klang einsetzte, der je seinen Weg zu
meinen Ohren gefunden hat.

Betroffen hörte ich auf zu arbeiten, bevor ich überhaupt begonnen hatte. Dies
war ganz klar nicht die Zeit, um in Aktivität zu schwelgen. Ich ging
hinüber zu meinem Bett und legte mich hin, um ein Buch zu lesen. Keine
Chance! Diese Musik verlangte volle Hingabe. Ich konnte nichts anderes tun,
ich schloß die Augen und schwebte davon in einen Zustand, der weit
prächtiger war als Schlaf.
Nach Dutzenden von Konzerten und CDs später, liegt das Thema dieses
Artikels vor uns: neue Veröffentlichungen -- zwei Sets mit jeweils acht
CDs oder acht Kassetten. Die Musiker waren immer schon sehr gut und die
Aufnahmequalität ausgezeichnet, aber meine Aufregung war groß, als ich sah,
daß zwei meiner Lieblings-Stars für diese Aufnahmen verpflichtet worden
waren: der Bansuri (Bambusflöten)-Meister Hari Prasad Chaurasia und der
Santur-Meister Shiv Kumar Sharma. Allein ihre Namen bringen in mir
ekstatische Gefühle hervor und bei allen, die sie kennen. Die selbstlose
Hingabe der beiden gegenüber dieser ehrwürdigen Tradition befähigte sie,
selbst ein Teil von ihr zu werden und sie zusammen mit ihrem Publikum zu
erweitern.
Beide haben ihre Technik bedeutend verfeinert. Pandit Shiv Kumar
Sharma hat sein Instrument sogar neu gestaltet, ein Instrument, das von der
Orthodoxie als ungeeignet eingestuft worden war, die Feinheiten der
klassischen indischen Musik ausdrücken zu können. Er setzte sich jedoch
durch und errang die höchsten Auszeichnungen. Beide erhielten neben vielen
anderen die begehrte Auszeichnung der Sangit Natak Akademie.

Wenn Sie noch nie die indische Bambusflöte gehört haben, werden sich Ihre
Nackenhaare aufrichten, wenn Sie den vollen, flüssigen Klang hören. Hari
Prasad wird Sie mit seinen langen Anfangsnoten einhüllen in die Tiefe und
Ausgedehntheit des unergründlichen Ozeans. Während sich der Raga weiter
entfaltet, wird Sie die Leichtigkeit des Wasserfalls herrlicher Töne
entwaffnen,
die von seinen Fingern fallen.
Shiv Kumar Sharmas delikater Anschlag auf der Santur hat eine andere
Wirkung. Eine Verwandte der Zimbel, gilt die Santur als Vorfahre des
Klaviers, mit einem viel ätherischerem Klang. Die spielerische
Unbefangenheit von Shiv Kumar Sharma liegt begründet in der unergründlichen
Feinheit, die einen in glückerfüllte Bereiche entführt, die unbekannt, aber
dennoch vertraut sind.

Wie alle anderen Melodien sind auch diese Ragas für verschiedene
Tageszeiten vorgesehen. Darüber hinaus belebt jedes Stück eine andere
Qualität, wie z.B. Friede, Hingabe, Festlichkeit und Freude, Erfolg oder
Entspannung. Ob Sie nun zum ersten Mal die Wunder der Gandharva-Musik
erfahren oder ob Sie nach etwas Ausschau halten, das Ihre Sammlung
erweitert: ich kann diese Aufnahmen nur wärmstens empfehlen. ---

(Tim Britton ist ein gefeierter Meister des irischen Dudelsacks, Mitglied der
Band Sage und Besitzer von Pied Piper Productions - eine Firma, die die
Magie der Musik durch die feinsten, handgemachten Instrumente,
Stereoanlagen und Aufnahmen fördert.)

© Copyright by Maharishi World Centre of Gandharva Veda, India.